BKQZ 2020 – Ein voller Erfolg – 

trotz unvorhergesehener Hürden

Jede Losung des Baukastensystem Qualifizierungszentrums (BKQZ), hat naturgemäß seine eigenen Herausforderungen, welche sich oft als Chance herausstellen, an neuen Aufgaben zu wachsen. Im letzten Jahr 2020 war die wohl größte Herausforderung Corona. Die Pandemie hatte zur Folge, dass wir uns alle an neue Regeln im Umgang miteinander gewöhnen und neue Wege überlegen mussten, trotz der Distanz, eine enge Bindung zu den Teilnehmenden aufbauen zu können. 

„Die Umstellung vom Präsenzunterricht zur Fernbetreuung konnte durch das Engagement, der Flexibilität und Kooperationsbefähigung des BKQZ-Teams, schnell und gut mit den Teilnehmenden umgesetzt werden. Auch die Kommunikation mit dem Jobcenter wurde auf Telefon-Konferenzen umgestellt. So konnten die Besprechungen weitergeführt werden, ohne Lücken im Informationsaustausch entstehen zu lassen“, so Maßnahmekoordinatorin Annika Splitek. 

Nicht nur ihr, sondern auch den einzelnen Ausbildern der Module bleiben die positiven Rückmeldungen der Teilnehmenden über den Fernunterricht in guter Erinnerung – und die Qualität trägt bereits Früchte. Ungeachtet der pandemischen Situation konnte die Vermittlungsquote für das Los Moers in sozialversicherungspflichtige Anstellungsverhältnisse durch sehr gute Akquise-Arbeit der Job-Coaches, mehr als erfüllt werden. Gerade qualifizierungsrelevante Praktika konnten durch das gemeinsame Engagement und dank langjähriger enger Kontakte zu Arbeitgebern weiter durchgeführt werden. „Alle, hierfür steht das gesamte BKQZ-Team, das Jobcenter sowie die Teilnehmenden, haben an einem Strang gezogen. Es wurde aber auch deutlich, dass sich die Bedarfe der Teilnehmer in der Pandemie geändert haben. Das Thema der Kinderbetreuung rückte nochmals deutlicher in den Vordergrund, ebenso sind die sich verändernden Alltagsstrukturen ein wichtiges Thema in der sozialpädagogischen Arbeit geworden.“ 

Die emotionale Belastung durch Isolation und die daraus resultierende fehlende intrinsische Motivation während der Fernbetreuung, führte bei Teilnehmenden erst einmal zu Verunsicherungen. „Bemerkenswert aber war, dass der Austausch zwischen den Teilnehmenden, den Sozialpädagogen, Dozenten/Ausbildern und Job-Coaches trotz der Fernbetreuung sehr eng war und auf einer breiten Vertrauensbasis ruhte“, wie Frau Splitek hinzufügt. Sozialpädagogin Melanie Ujma ergänzt, dass durch die geleistete sozialpädagogische kooperative Arbeit mit den Teilnehmenden ein enormer Umbruch zum Positiven stattgefunden hat: „Durch Motivationsarbeit, Stärkung und Erweiterung der Perspektiven und der Gesundheitsförderung konnte individuell mehr Selbstvertrauen, eine Basis für eine optimale Lebensführung, ein gestärktes Selbstbewusstsein sowie eine höhere Resilienz erzielt werden.“ 

 

Die Fachkräfte der Gewerke Ausbilder und Dozenten, haben bezüglich der Vermittlung von fachpraktischen Arbeitskompetenzen und deren Umsetzung über anders gelagerte Erfahrungswerte zu berichten, wie im folgenden Beispiel: „Im Jahr 2020 wurde ein neuer Standort für die Lagerlogistik an der Pferdsweide in Moers eröffnet. In diesem Zusammenhang konnten die Teilnehmenden – sofern es die Coronaschutzverordnung erlaubte – in Präsenz eine komplette Lagerhalle einrichten, realitätsnah eigene Ideen entwickeln und sofort die Auswirkungen der einzelnen Arbeitsabläufe auf die Effizienz austesten“, berichtet Logistik-Koordinator Dennis Schiefner. Er ist erst seit April 2020 Teil des FachWerk-Teams und das blieb ihm besonders positiv in Erinnerung, besonders, weil er sehr viel Unterstützung in der Einarbeitungsphase durch die Kollegen und die Geschäftsführung erfahren hat. 

Nicht nur Herr Schiefner, sondern auch die Teilnehmenden des Moduls Lagerlogistik hatten Respekt vor der Hürde, die zunächst der Distanzunterricht bedeutete. Auch, weil nicht alle der Teilnehmenden technisch so ausgestattet waren, dass sie problemlos am Fernunterricht teilnehmen konnten. Die Dozentin für das Modul Alltagsbegleitung, Frau Dagmar Hotze, fügt an, dass es dennoch eine große gegenseitige Unterstützung unter den Teilnehmenden bei der Einrichtung der notwendigen Technik gab. 

Nach anfänglicher Skepsis und Überwindung der einzelnen technischen Defizite, konnte festgestellt werden, dass dies doch eine sehr angenehme Arbeitsweise ist. „Die Zusammenarbeit mit unserer IT-Abteilung- Thiemo Borowski und Azubi Elias Schemme, muss in diesem Zusammenhang besonders lobend erwähnt werden. Jede benötigte Hardware wurde schnellstmöglich besorgt und eingerichtet, trotz der Masse an Mehrarbeit, die in der Pandemie anstand. Schön, wenn die Digitalisierung nicht bloß ein Eyecatcher auf einem Flyer ist, sondern auch tatsächlich gelebt werden kann“, so Herr Schiefner. 


Ausbilder für das Modul Wachschutz, Herr Oliver Roth, kann eine etwas andere Seite beleuchten. Wohingegen die Teilnehmenden anfangs den Fernunterricht gut angenommen haben, wurde es nach einer Zeit etwas unruhiger. „Das lag an dem höher werdenden Arbeitspensum und der Komplexität des Lernstoffs, welcher in Präsenz besser vermittelt werden kann. Wir waren froh, als wir zwischenzeitlich in den normalen Unterricht wechseln konnten und können es auch jetzt kaum erwarten.“ Jetzt, im Fernunterricht, müsse er intensivere Arbeit beim Übersetzen und Erklären aufbringen, als zuvor. Ein zeitliches Dilemma entsteht, da der Umfang des Lernstoffs nicht weniger wird. Mehr denn je ist es nun aber wichtig, dass die Teilnehmenden den Unterricht gut verfolgen und die Inhalte lernen können, denn auch in dieser Branche wurden die Anforderungen für Mitarbeiter erhöht. 

„Ein Umbruch in der Sicherheitsbranche ist insofern wahrzunehmen, als dass viel mehr auf zusätzliche Kompetenzen und Qualifikationen geachtet wird. Einen Führerschein zu haben sowie den Nachweis über die Waffensachkunde vorlegen zu können, sind nahezu zum Standard geworden. Bewerber, die Ersthelfer oder Brandschutzhelfer sind, haben ebenfalls sehr gute Karten.“ In seiner persönlichen Arbeit mit den Teilnehmenden, kann sich Herr Roth nur bei seinen Kollegen und Kolleginnen anschließen und hat ebenfalls eine starke Bindung zu ihnen aufgebaut, was ihm sehr positiv in Erinnerung bleiben wird. 

Dass die Teilnehmer ihre Motivation gegenseitig im Lockdown hochgehalten haben, war für Frau Dagmar Hotze am Schönsten zu sehen. „Teilweise war dies ein echter Kraftakt, wenn man bedenkt, dass Praktika und Prüfungen mehrfach verschoben werden mussten“, erklärt sie. 

Frau Hotze hatte nun auch die Gelegenheit ihren Teilnehmenden realitätsnah zu zeigen, dass auch in ihrer Branche die Digitalisierung unabdingbar ist und der Gebrauch moderner Medien ein notwendiges Mittel für ihren Beruf darstellt, sei es nur um Berichte zu schreiben. Durch Aktionen wie den Besuch auf der Landesgartenschau in Kamp-Lintfort zum Thema Robotik, konnte das Interesse an der Digitalisierung in Bezug auf ihren Berufswunsch, entfacht werden. Insofern sieht Frau Hotze ebenfalls nur positiv in die Zukunft: „Wir werden künftig ausschließlich am Standort in Moers sein, das heißt, dass sich alle Teilnehmer dieses Moduls kennenlernen können, egal ob in Präsenz oder via Videokonferenzen – und das verspricht einen noch gehaltvolleren Austausch." Auch gebe es hier am FachWerk-Hauptstandort mit der Lehrküche und weiteren Räumen, bessere Möglichkeiten, den praktischen Teil auszuweiten. 

 

Aber wohin führt der Weg des BKQZs? – Dazu steigt Herr Schiefner mit einem Zitat ein: „Wer aufhört besser zu werden, hat aufgehört gut zu sein.“ Und genau das ist das Motto, unter welcher Prämisse die Kurse immer weitergedacht werden und so laufend Optimierung erfahren. Durch ständig neue Vernetzungen sowohl intern zu anderen Bereichen, als auch extern zu Arbeitgebern und potenziellen Kooperationspartnern, wird nach und nach unsere Expertise ausgebaut und „allen BKQZ-Mitwirkenden“ zugutekommen.